Gedanken rund um den Hund


Der Weg ist das Ziel

Mein erster Hund war eine Gordon Setter Hündin mit dem Namen Aggi. Ich war sechzehn und wollte unbedingt einen eigenen Hund. Bereits als Kind habe ich die Zucht und Ausbildung von Deutsch-Langhaar Jagdhunden bei meinen Eltern begleitet. Es sollten insgesamt 21 Würfe im Zwinger "von der Königseiche" fallen. Aggi habe ich erfolgreich auf verschiedenen Jagdhundeprüfungen geführt. Zwischenzeitlich hatte ich selber die Jägerprüfung bestanden. 
Ende der 80ger Jahre lernte ich Michael Tetzner, mittlerweile mehrfacher Weltmeister im Schlittenhundesport, kennen und schätzen. Bei ihm habe ich das Handwerkzeug zum sog. Musher, zum Schlittenhundefahrer gelernt. Ich habe ihn als Doghandler zu den Rennen begleitet und bin sein zweites Team, damals noch bestehend aus Alaskan Huskies, gefahren. 1999 konnten wir während eines Rennens in Chistianslust seinen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde mit mehr als 30 eingespannten Schlittenhunden erreichen. In dieser Zeit haben meine Frau und ich uns entschlossen, reinrassige Siberian Huskies zu halten, zu trainieren und zu züchten. Mehr als ein Jahrzehnt sind wir teilweise bis zu drei Monate im Jahr von den Alpen bis nach Skandinavien unterwegs gewesen, um zu trainieren und Rennen zu fahren. So ist der Zwingername "of Eskimo Island" entstanden.

 Beruflich bedingt verschlug es uns in den ersten dreizehn Jahren des beginnenden Jahrtausends ins Ausland. Neben den Niederlanden waren Spanien und Norwegen unsere Stationen. Hier habe ich ehrenamtlich mit Tierheimhunden gearbeitet und in Norwegen das Dog-Trekking für mich entdeckt. Nur auf den Preikestolen, den ich insgesamt neun Mal und zu fast jeder Jahreszeit besteigen konnte, habe ich mich mit Hund nie getraut. Zwischenzeitlich hatte uns unsere treue Labradorhündin Ronja viel zu früh verlassen und die Zeit in Norwegen ohne Hund wurde schlichtweg unbefriedigend. So ist mit Rückkehr nach Deutschland eine uns bis dahin unbekannte Rasse eingezogen. 
Die Lagotto Romagnolo Hündin Amy. Mit ihr haben wir in drei Würfen 20 gesunde Welpen aufgezogen und aus dem letzten Wurf unsere Carla, gen. Smilla behalten. Mit den Lagotti konnte ich in den Hundesport des Deutschen Verbandes für Gebrauchshundesport (DVG) reinschnuppern. Wir trainieren mittlerweile regelmäßig in der Sparte Rally Obedience, in der ich auch als Co-Trainer ehrenamtlich tätig bin. 
In den letzten etwa 15 Jahren hat sich in Sachen Hundeerziehung viel verändert. Aversive Maßnahmen werden nicht mehr angewendet und Begriffe wie positive Konditionierung, Verstärker und Signale spielen eine wichtige Rolle. Regelmäßige Weiterbildungen in allgemeiner Kynologie, Erziehung, Training, Zucht und Ernährung waren bei mir niemals nur Pflicht, sondern echtem Interesse geschuldet. Der Erwerb der Sachkunde zum Hundetrainer nach §11 TierSchG und die Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes zum Betrieb einer Hundeschule sind daher schlussendlich das Ergebnis meines bisherigen Weges.